2. Phase: Pflanzenschutz & Biodiversität

Veränderungsdialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz

2. Phase gestartet: Pflanzenschutz und Biodiversität in Baden-Württemberg Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes – Perspektiven aus Landwirtschaft und Naturschutz

Für ein besseres Miteinander

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Die zweite Phase des Veränderungsdialogs (VäD II) ist offiziell gestartet. Nach den erfolgreichen Jahren 2020–2023, in denen eine vertrauensvolle Basis zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Rahmen des VäD I aufgebaut wurde, liegt der Fokus nun auf einem zentralen Zukunftsthema: Pflanzenschutz und Biodiversität. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln (PSM) reduziert werden kann, ohne die ökonomische Tragfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe zu gefährden. Damit unterstützt der VäD II die Umsetzung der Ziele des Biodiversitätsstärkungsgesetzes Baden-Württemberg (BiodivStG).

Ziele von Phase II

  • Stärkere institutionelle Verankerung: Der Dialog wird auf allen Ebenen der Verbände – Haupt- und Ehrenamt, Fachreferate – ausgebaut.
  • Sichtbarkeit und Transparenz: Ergebnisse und Prozesse werden gegenüber Politik und Fachöffentlichkeit sichtbar gemacht.
  • Konkrete inhaltliche Bearbeitung des Themas „Pflanzenschutz und Biodiversität“ mit Bezug zur Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes

Fokusthema Phase II: Pflanzenschutz & Biodiversität

Die zentralen Herausforderungen der konventionellen Landwirtschaft sind einerseits die Reduktion des Einsatzes von chemisch-synthetischen PSM und auf der anderen Seite die Verfügbarkeit ausreichender Wirkstoffe. Die Betriebe müssen hohe Qualitätsanforderungen bei Lebensmitteln erfüllen, gleichzeitig die Bedürfnisse des Umweltschutzes berücksichtigen und ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit sichern. Mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz hat sich Baden-Württemberg das Ziel gesetzt, den Einsatz von PSM bis 2030 um 40–50 % zu reduzieren.

Phase II des Veränderungsdialogs stellt die Frage:

Wie kann eine Landwirtschaft gestaltet werden, die den Einsatz von PSM reduziert und gleichzeitig ökologisch wie ökonomisch tragfähig bleibt?

Dabei werden folgende Aspekte besonders beleuchtet:

  • Wie wirken sich unterschiedliche PSM-Anwendungen (z. B. Beizung) auf die biologische Vielfalt und Boden aus?
  • Welche Maßnahmen stärken die Biodiversität wirkungsvoll und welche Schwierigkeiten bestehen bei der Umsetzung in der landwirtschaftlichen Praxis?
  • Welche Rolle spielt der ökologische Landbau als Referenzmodell?

Ziel ist es, ein gemeinsames Bild über bestehende Erkenntnisse, offene Fragen und mögliche Lösungsansätze zu entwickeln. Unterschiedliche Sichtweisen, Wissensstände und Zielkonflikte werden dabei nicht überdeckt, sondern transparent gemacht und bearbeitet. Dies schafft die Grundlage für fundierte Diskussionen, Positionen und tragfähige Kompromisse.

Wissenschaftliche Erkenntnisse & Wissenstransfer

Der Veränderungsdialog versteht sich nicht als wissenschaftliches Forschungsprojekt, sondern als moderierter Diskursraum für Wissenstransfer, Meinungsbildung und Evaluierung von Lösungen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden eingebracht durch:

  • Exkursionen zu Demonstrationsbetrieben, z. B. mit Biodiversitätsmonitoring am LTZ Augustenberg,
  • Impulse durch Expert*innen aus Wissenschaft, Beratung und Praxis,
  • Inputs aus bestehenden Programmen, wie dem PSM-Reduktionsprogramm des Landes.

Ziel ist es, vorhandenes Wissen sichtbar zu machen, in den Verbänden zu verbreiten und für die Praxis nutzbar zu machen. Auf dieser Grundlage können offene Fragen, Zielkonflikte und praxisnahe Lösungsansätze gemeinsam bearbeitet werden.

Kooperation mit bestehenden Prozessen

Der Veränderungsdialog ergänzt bestehende landespolitische Prozesse, wie den Strategiedialog Landwirtschaft (SDL) oder den Kulturlandschaftsrat, und kann Impulse liefern zum Beispiel für den Fachausschuss für Naturschutzfragen des Umweltministeriums (UM). Dabei stehen Praxisnähe und konstruktive Bearbeitung von Zielkonflikten im Vordergrund. Die Ergebnisse des VäD II werden in diese Prozesse eingespeist und tragen so zur fachlichen Qualität und zum gesamtgesellschaftlichen Austausch bei, ohne in Konkurrenz zu bestehenden Formaten zu treten.

Beteiligung & Einbindung von Ministerien

Die Steuerungsgruppe aus Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL), Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband (BLHV), Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) und Naturschutzbund (NABU) bleibt auch in Phase II zentrales Steuerungsgremium. Ziel ist es, die Dialogfähigkeit innerhalb und zwischen den Verbänden zu stärken. Sowohl das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (UM) als auch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) werden in sämtliche Prozesse und Arbeitsgruppen des Veränderungsdialogs eingebunden. Das Fachreferat 23 des MLR bzw. das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) werden zudem bei allen vorgesehenen Treffen vertreten sein.

Formate des VäD II

Um die Ziele zu erreichen, setzt Phase II auf bewährte und praxisnahe Formate:

  • Klausuren: Ganztägige Treffen mit fachlichen Impulsen, moderiertem Austausch und gemeinsamer Positionierung zu PSM-Reduktion und Biodiversität.
  • Check-ins vor Ort: Praxisformate auf Demonstrationsbetrieben zur Sichtbarmachung von Erfolgsfaktoren, Hürden und Lösungsansätzen.
  • Natur- und Landwirtschaftstag: Großveranstaltung zur Präsentation guter Beispiele, Vernetzung unterschiedlicher Akteure und Rückkopplung an politische Entscheidungsträger*innen.

Zusätzlich fließt der Querschnittsaspekt Wissenstransfer in alle Formate ein: vorhandene Erkenntnisse werden gebündelt, aufbereitet und für die Verbände nutzbar gemacht. Offene Fragen, Zielkonflikte und gemeinsame Grundlagen stehen im Mittelpunkt des Austausches.

Mitmachen und informiert bleiben

Phase II lebt vom Austausch zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Mitglieder der beteiligten Verbände erhalten regelmäßig Informationen zu den Ergebnissen der Klausuren und Check-ins sowie Einblicke in wissenschaftliche Erkenntnisse und Praxisbeispiele.